Ein paar Statements zum Börsenwochenausklang KW 15

Nachdem mich nun schon die ganze Woche eine hartnäckige Erkältung fest in ihren kalten feuchten Fingern hält, und droht alles Leben in Form von Rotz aus mir herauszupressen. Und ich mich selbst heute, am 5ten Tag dieser Erkältung kaum besser fühle, so möchte ich zum Ende dieser Woche meinen Lesern doch zumindest ein Lebenszeichen in Form eines kurzen Artikels übermitteln, und mal wieder ein paar Statements zu den aus meiner Sicht – wichtigsten Entwicklungen an den Märkten abgeben…

Dow Jones: Mein Lieblings US-Index steigt und steigt und steigt, um ehrlich zu sein übertrifft die bisherige Entwicklung bei weitem meine Erwartungen. Ok ich hatte zwar mit einem neuem Allzeichhoch gerechnet, doch dass die Street das Ding direkt im Anschluss und ohne Luft zu holen fast rauf bis zur 15k Marke pusht, hätte ich nicht zu träumen gewagt, dementsprechend partizipiere ich mittlerweile auch nicht mehr an dem Anstieg, schade eigentlich. Nun da der Dow gestern erst ein neues Hoch bei 14887 Punkten markiert hat, bin ich aber doch recht fest davon überzeugt dass die 15k schon demnächst ebenfalls angemakelt werden können, wobei diese Marke von un- und altinvestierten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden sollte, da solch runde Marken schon seit jeher gerne auch mal für einen technischen Kurswechsel genutzt werden. Und so bleibe ich alles in allem bei meiner Meinung, dass es langsam Zeit wird etwas Geld vom Tisch zu nehmen.

Dax: Tja was soll man dazu noch sagen? Mit jedem Tag den der Index unterhalb der 8000er Marke verbringt, wird eine neues Allzeithoch noch in diesem Frühjahr immer unwahrscheinlicher. Doch es gibt noch Hoffnung, so wurde im Chart erst kürzlich nach einer raschen Konsolidierung auf die 7600 Punkte Supportline, auf Tagesbasis ein sog. Tower-Bottom-Pattern gebildet. Dieses enorm bullishe Signal, plus die noch ungetrübte Stimmung an der Street, könnten den Dax in Kürze vielleicht doch noch gen 8151 Punkte, und damit zu einem neuem Allzeithoch führen. Wobei ich persönlich jedoch nicht zu viel davon erwarten würde, denn um hier den Knoten endgültig zum Platzen zu bringen, um die seit 13 Jahren bestehende Granitmauer jenseits der 8000 endlich einreissen zu können, bedarf es schon einem etwas größeren Vorschlaghammers. Und ich bin mir nicht sicher ob die Dax-Bullen in der derzeitigen Situation schon in der Lage dazu sind die Messlatte um mehr als nur ein paar Punkte anzuheben und nachhaltig zu installieren! Vielleicht ist dazu vorher noch einmal eine ausgedehnte Korrektur nötig…

Nikkei 225: Das Ding geht ab wie eine Rakete! Nachdem die BoJ erst kürzlich, wie schon von mir erwartet, dem Markt ordentlich Futter versprochen hat, scheint die Euphorie bei den Japanern sogar noch zugenommen zu haben. Der Index hat meiner Meinung nach, trotz des schon schwindelerregenden Raketenstarts der letzten Monate, noch ordentlich Potential, kurzfristig sollten die 14k bald drin sein, langfristig ist so ziemlich alles möglich, solange neue Wirtschaftsdaten den Abenomics kein Scheitern attestieren jedenfalls. Was ich nicht glaube, denn die ganze Sache erinnert mal wieder an eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. So hat ja z.B. allein schon die Spekulation auf das nun bestätigte Agieren der BoJ den Yen rasend schnell abwerten lassen, was den japanischen Exporteuren nun schon seit Monaten zugute kommen, und sich schon bald in deren Geschäftsberichten nachlesen lassen dürfte. Eine andere Gefahr stellen natürlich bisher noch unsichtbare Nebenwirkungen der Abenomics dar, doch mit diesem Risiko wird man wohl erstmal leben müssen.

Bezüglich konkreter Kursziele für den Nikkei werde ich demnächst noch eine extra Chartanalyse folgen lassen. Ein Einstieg in den großen Trend lohnt sich m.E. auf jeden Fall, es gilt nur abzuwägen wann – wo und wie dieser zu den gegebene Konditionen am besten noch stattfinden kann…

USD/JPY: Hier gilt fast dasselbe wie auch schon zum Nikkei, der Trend wird sich m.E. fortsetzen, wenn auch die Dynamik mählich nachlassen dürfte. Nachdem es nach der BoJ-Sitzung ja zunächst ein großes Freudenfest gab, tut man sich am Markt in den letzten Tagen zunehmen schwerer die letzten Schritte zu unternehmen um im Währunspaar endlich wieder dreistellig zu werden. Ich hege jedoch keine Zweifel dass die 100er Marke schon demnächst abgehakt werden wird. Das nächste Kursziel läge dann schon bei 110,67! Wie auch im Nikkei gilt hier, da dieses eine ja den Erfolg des anderen bedingt: solange es keine fundamentalen Daten gibt welche den Abenomics ein Scheitern o.Ä. attestieren, wird sich der positive Trend über kurz oder lang fortsetzen, wobei hier jedoch die ebenfalls lockere Geldpolitik in den USA, die Dynamik leider zunehmend belastet dürfte.

EUR/USD: Die schlechte Stimmung ist erstmal abgehakt, und nach wie vor ist der Euro aufgrund der enormen Diskrepanz, d.h. dem doch deutlichen Unterschied zwischen der moderaten Geldpolitik der EZB und der ultralockeren der anderen wichtigen Notenbanken (hier vor allem FED und BoJ), der Kandidat für höhere Kursnotierungen und damit für eine Longpositionierung. Technisch gesehen gestaltet sich der Chart auch langsam wieder positiver aus. Geht man nach reiner Markttechnik ist hier trotz des Italien-Zypern-Einbruchs noch alles in Butter, und der seit Juli 2012 bestehende Aufwärtstrend absolut intakt. Die Eurokrise dürfte jedoch weiterhin für Verzerrungen am Markt sorgen, was ein mögliches Engagement gegenüber anderen Chancen welche die Märkte derzeit bieten – unattraktiver macht.

Gold: Autsch! Die Tendenz war schon lange klar, doch hatte man sich im Gold bisher noch erheblich gesträubt die untere Seite der von mir schon länger als “Big-Fat-Trading-Range” bezeichneten Seitwärtswärstphase bei etwa 1525 Dollar endlich anzulaufen. Heute hat man es dann letztendlich getan, und zwar mit solcher Wucht das man glatt durchgerasselt ist. Zur Stunde steht das Edelmetall damit sage und schreibe 3,6 Prozent im Minus und notiert bei 1504 Dollar noch immer deutlich unter der Supportmarke von 1525 Dollar. Das Tagestief heute lag übrigens noch wesentlich tiefer bei etwa 1492 Dollar je Feinunze. Was nun zumindest noch etwas Hoffnung lässt dass sich die Notierungen bis Handelsschluss zumindest noch in die Nähe der Unterstützungsmarke zurückbewegen, und den Tag zumindest charttechnisch noch einmal retten können. Gelingt dies könnte man als risikoaffiner Trader vielleicht sogar an dieser Stelle einen Longtrade wagen. Bleibt es aber dagegen bei einem Tagesschluss unterhalb der 1525er Marke könnte dies das endgültige Aus der langjährigen Goldhausse markieren, und dementsprechend weitere Kursverluste bedingen… Was diesen Tag heute damit quasi in Bezug auf Gold zumindest historisch wertvoll machen würde 😉

So Long, Ihr Thomas Blank