Wie ich zum Börsianer wurde 7 – Willkommen im Teufelskreis!

Ich hielt meine Aktien trotz der fallende Kurse, blieb Stur, wie ich es mir von Anfang an fest vorgenommen hatte. Verkaufen? Nein! Egal was noch kommen sollte, ich würde sie nicht wieder verkaufen bis ich damit Gewinn machen konnte, denn wie hatte der große milliardenschwere US Finanzmagnat Warren Buffett einmal doch so treffend geantwortet als er nach dem Geheimnis seines Erfolges gefragt wurde? „Regel Nummer 1 lautet: Verliere niemals Geld. Regel Nummer 2: Vergesse niemals Regel Nummer 1.“
Das hatte ich irgendwann mal im Fernsehen so aufgeschnappt, und wenn der reichste Mann der Welt so etwas behauptete dann mußte es ja schließlich auch stimmen.

Ich hatte zwar im Gegensatz zu Buffett meine Investments nicht sorgfältig nach fundamentalen Gesichtspunkten und anderen Bewertungskriterien ausgewählt, verstand auch nicht im geringsten das Geschäftsmodel der Unternehmen an denen ich mich beteiligt hatte, aber was sollte schon passieren? Solange ich nicht verkaufen würde hatte ich schließlich auch noch keinen realen Verlust vorzuweisen, und irgendwann mußten die Aktien ja wohl mal wieder steigen, früher oder später.
Ich mußte also nur Geduld haben, davon war ich felsenfest überzeugt.

Verehrter Leser, glauben Sie jetzt bloß nicht ich wäre völlig unbedarft an die ganze Sache heran gegangen, denn so war es nicht. Nur ein kleines aber bedeutendes bißchen vielleicht.
Immerhin wußte ich schon mal in welcher Branche „meine“ Unternehmen tätig waren, und ich hatte von Anfang an „diversifiziert“ wie es einem doch immer so schön von allen Seiten geraten wird wenn es um die Geldanlage geht.
Ich hatte mein Kapital auf mehrere Einzelinvestments aufgeteilt; ja gut, es waren nur zwei, aber schließlich hatte ich ja nur 500 Euro Startkapital zur Verfügung gehabt.

Ein paar Wochen später dann, mein Depot war tief rot geworden, wußte ich wo mein Anfängerfehler lag, ich hatte zu wenig Kapital um noch Handlungsfähig zu sein. Doch zum Glück war es ja Sommer und ich hatte erst kürzlich mein Urlaubsgeld mit dem Monatslohn überwiesen bekommen. Das Geld war kaum auf dem Konto eingetroffen, da war ich schon am Bankautomaten um es auf mein Handelskonto zu überweisen. Andere fuhren mit ihrem Geld in den Urlaub, ich fuhrwerkte mit meinem Geld an der Börse. Hört sich dämlich an, ist aber wohl leider im nachhinein nicht anders auszudrücken. Was aus den 100 Euro wurde die noch von meinem Startkapital über waren? Ach ja, die hatte ich schon ein paar Tage nachdem ich mit Adva und Süss so richtig in die XXX gegriffen hatte, für irgendeine unbekannte Solaraktie die unter einem Euro notierte ausgegeben, ich bekam für etwa 85 Euro an die 500 Aktien, das meiste vom Rest ging für die Transaktionskosten drauf, zugegeben recht schlecht.

Doch allein der Gedanke „was wäre wenn“ die Aktien irgendwann mal über einen Euro und weiter stiegen, ließ mir das Wasser im Munde zusammen laufen.
Doch kaum ward die Kauforder ausgeführt, fand ich mich in der harten unschönen Börsenrealität wieder. Die Position war gerade erst eingebucht worden und stand schon um die 30 Prozent im Minus. Wie konnte das nur sein?
Schlagartig wurde es mir klar, die Transaktionskosten mußten schuld sein.
Erst ein paar Tage später ging mir auf, daß dies nicht der einzige Grund dafür sein konnte. Nein, da war noch etwas anderes, etwas wesentliches, etwas an der Börse ganz essentielles…

Hier geht es weiter zum 8ten Teil!

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